Eselsbrücken – die mentale Hilfe zum Sprachenlernen

 Eselsbrücken

Eselsbrücken – die mentale Hilfe zum Sprachenlernen

 

Wie merkst du dir eigentlich Vokabeln oder Grammatikregeln? Wendest du einen besonderen Trick an? Fällt es dir leicht oder eher schwer, dir Wörter, Sätze oder auch Namen oder Telefonnummern zu merken?

 

Dir ist bestimmt auch schon aufgefallen, dass die Gedächtnisspanne bei den Menschen – so nennt man diese Fähigkeit, Informationen aufnehmen und abspeichern zu können – nicht in gleichem Maße ausgebildet ist. So kommt es, dass sich Herr Müller Telefonnummern sehr leicht merken kann, dafür aber keine Namen, Frau Schmidt aber dagegen Grammatikregeln behält, aber sich mit Telefonnummern oder Autokennzeichen schwertut.

 

Es gibt leider nicht die Möglichkeit, diese individuell festgelegte Gedächtnisspanne zu erweitern. Du kannst dir leider keine externe oder interne Festplatte dazukaufen wie bei einem Computer. Allerdings gibt es dennoch eine Möglichkeit, wie du dir Lerninhalte leichter einprägen kannst: Eselsbrücken. Sie sind die mentale Hilfe zum Sprachenlernen und auch zum Merken von anderen Inhalten wie Telefonnummern, Namen, Einkaufslisten usw.

 

Was sind Eselsbrücken?

 

Eselsbrücken sind die mentale Hilfe zum Sprachenlernen! Sie verknüpfen die neuen Inhalte mit bekannten Inhalten oder nutzen Merkhilfen wie Reime oder ungewöhnliche Verknüpfungen. Du kannst auch über den Klang des Wortes gehen – nimm als Beispiel das Wort „each“. Unsere „Familien-Eselsbrücke“ war ganz lange: Jede Tür quietscht.  (each = jede)

 

 

Welche Eselsbrücken gibt es?

 

Anmerkung: Ein Teil dieser Liste ist ursprünglich auf meinem Blog Erfolgreiches Sprachenlernen erschienen. Andere Eselsbrücken stammen aus anderen Quellen, unter anderem von Languagemining.de und http://eselsbruecken.woxikon.de/

 

ESELSBRÜCKEN FÜR DEUTSCH:

–         wer nämlich mit h schreibt ist dämlich

–         wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen.

–         gar nicht wird gar nicht zusammen geschrieben

–         nach l, n, r das merke ja, steht nie tz und nie ck

–         da, wo man redet oder spricht, vergiss die kleinen Zeichen nicht

–         sei nicht dumm und merk dir bloß, Namenwörter schreibt man groß

–         den Tiger schreib mit langem i, jedoch mit ie schreibe ihn nie!

–         Doppel-a, das ist doch klar, sind in Waage, Haar und Paar.

–         Wenn wider nur dagegen meint, ist das e dem i sein Feind.

–         Wenn wieder nur noch einmal meint, dann sind dort i und e vereint.Im, vom, beim und zum wandeln Verben in Nomen um. (Wann man Verben groß schreiben muss)

–         Doppel-„a“, das ist doch klar, sind in „Waage“, „Haar“ und „Paar“. Aber in „klar“, da stört kein Haar.

–         Nimm diese Regel mit ins Bett – nach ei, au, eu steht nie „tz“!

–         Das „s“ bei „das“ muss einfach bleiben, kannst du dafür „dieses“, „jenes“, „welches“ schreiben.

–         Doppel-„s“, das weiß ich jetzt – wird zwischen zweimal kurz gesetzt.

–         Doppelter Mitlaut im Ohr? Kurzer Selbstlaut davor!

–         „-chen“ und „-lein“ machen alle Dinge klein.

–         „Gar nicht“ schreibt man gar nicht zusammen.

 

ESELSBRÜCKEN FÜR ENGLISCH:

–         he, she, it, das s muss mit

–         did und Grundform ist die Norm, nach did steht nie die past tense Form!

–         SPOMPT – Satzstellung im Englischen: Subjekt, Prädikat, Objekt, Manner, Place, Time

–         AOZ – wie im Alphabet: Art und Weise, Ort, Zeit (funktioniert auch im Englischen: manner, place, time – MPT)

–         Yesterday, ago und last erfordern stets das simple past.

–         Unterscheidung since und for: since: Zeitpunkt (I-Punkt), for: Zeitraum (Raum des O)

–         Nach he und she das s summt sacht und lange, nach it hingegen zischt’s wie eine Schlange

–         Lassen sich die Nomen zählen – musst du immer many wählen!

–         viel – much viele – many (funktioniert meistens) – Silbenanzahl beachten

–         Ehefrauen und auch Messer finden v im Plural besser.

–         Who,who,who wer bist du?, Where,where,where wo kommst du her? (um zu merken, was who und where heißt)

–         Desert has one sugar, Dessert has two.

–         We hear with our ear.

–         Was machen wir alle Tage? „simple present“, keine Frage!

–         Ever, never, yet, so far – Present perfect, ist doch klar!

–         Sometimes , always, never und just, stets nur vor das Zeitwort past.

 

ESELSBRÜCKEN FÜR FRANZÖSISCH

–         Auf der Oder schwimmt kein Graf (oder = ou)

–         Das „où“ als wo hat einen Floh

–         Wer à le sagt und de le, hat Falsches in der Kehle

–         à und le, oh welch ein Graus, mach doch bitte „au“ daraus

–         aller, venir, arriver, sortir, partir, retourner, mourir, entrer, décéder, descendre, rester, demeurer, monter, tomber, naître konjugiere stets mit «être»

–         «cueillir» – um sich die Reihenfolge der Buchstaben zu merken: und es ist leicht lernbar

–         Vor e und i sprich „sche“ und „schi“, vor a, o, u sprich „ga“, „go“ und „gu“

–         Vor o, u, a, lautet „c“ wie „k“. Hängt man eine Cedille dran, nimmt es gleich den „s-Laut“ an.

–         Es gibt kein „lui le“ und kein „leur le“; denn das tut weh dem Öhrle.

–         Wer „à le“ sagt und „de le“, hat Falsches in der Kehle.

–         Im „hôtel“ findet man Betten zum Pennen, im „hôtel de ville“ nur Beamte, die pennen.

 

ESELSBRÜCKEN FÜR ITALIENISCH

–         Ieri war gestern, oggi ist heut, domani heißt morgen und tempo die Zeit.

–         Auf qui und auf qua, l’accento non va.

–         Liest du den Liebesgott verkehrt, wird seine Hauptstadt dir beschert (Amor – Roma)

–         Trenta giorni ha novembre, con aprile, giugno e settembre, di ventotto ce n’è uno, tutti gli altri ne han trentuno.

–         si impersonale – aggettivo al plurale (si è contenti)

–         ca, co acca (=h) no; che, chi acca sì!

–         Geburt ist nascita, der Tod ist la morte; dazwischen la vita – die wichtigsten Worte!

 

 

ESELSBRÜCKEN FÜR SPANISCH

– Für die direkten Objektpronomen funktioniert das Fantasiewort “Akkudirlola.” Das bedeutet ausgeschrieben: Akkusativobjekt = Direktes Objekt ==> lo / la. Wenn dann kein Akkusativobjekt da ist, dann nimmt man le.

– Um das umgedrehte Fragezeichen am Anfang eines spanischen Fragesatzes richtig zu schreiben, schreibe einfach eine “runde Zwei” – dann stimmt’s! Alternative: Das Fragezeichen schreiben wie sonst auch, aber mit dem Punkt oben.

 

ESELSBRÜCKEN FÜR LATEIN

–         Nach si, nisi, ne, num, quo, quanto, ubi, cum fällt unser ali um.

–         Ut und ne und quo und quin nehmen Coniunctivum hin.

–         A und ab und ex und de, cum und sine, pro und prae ich beim Ablativ nur seh.

–         Bei kleinen Inseln, Städtenamen, – nicht schwer zu erahnen – denn ihr wisst schon, steht nie die Präposition.

–         Magni, pluris, plurimi, parvi, minoris, minimi, tani, quanti, nihili sind für die Menge,  vergiss das nie!

–         Der ist dumm, der bei sum setzt das Adverbium.

–         Wer das Genus wissen mag erst nach der Bedeutung fragt!

–         Die Männer, Völker, Flüsse, Wind` und Monat` Masculina sind.

–         Die Frauen, Bäume, Städte, Land` und Inseln als Feminina sind benannt.

–         Was nicht Frau ist und nicht Mann, das sieht man als Neutra an.

–         Bei -a und -ae der Ersten hat das Genus femininum satt.

–         Männlich sind – leicht merk ich`s mir – die auf –us und -er und -ir. Neutra sind hinwiederum alle jene dann auf -um.

–         Land, Baum, Insel, Stadt auf –us als weiblich man sich merken muss, genauso das Wort humus.

 

Du hast vielleicht auch schon festgestellt, dass du dir die Eselsbrücken am besten merken kannst, die am skurrilsten und abwegigsten sind.

Versuche doch einmal, dir deine eigenen Eselsbrücken zu basteln. Mit ein bisschen Übung geht das leichter als du denkst!

Viel Spaß dabei!

Christine

 

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